Christian Münchinger 2011 - 2009

Presseartikel Christian Münchinger Quartet – The Glance

Eine Schweizer Formation, das Christian Münchinger Quartett, stelle sich Anfang der Woche die Songs der überzeugenden neuen CD „The Glance“ (TCB Records) vor. Dieses Quartett ist vorwiegend der Tradition der 60er Jahre verpflichtet, vertieft sich  jedoch in diese Epoche nicht mit Interpretationen, sondern mit den originellen Kompositionen des Bandleaders und Tenorsaxofonisten, der ein ideales Gleichgewicht zwischen raffiniert ausgebauten Melodien entwirft.

Live besticht das Quartett mit gekonnter Interaktion und hedonistischer Improvisation. Pius Baschnagel teilt seine Rolle als rhythmisches Rückgrat mit dem Bassisten Andreas Zitz ohne Makel, gefiel aber auch mit Austausch mit dem Pianisten Christoph Stiefel, der nicht erst seit seinem isorythmischen Experimenten zu den kreativsten Schweizer Pianisten zählt.

 Ruedi Ankli Basler Zeitung  4.3.2011

 

Gegenwart der Erinnerung

Christian Münchingers neue CD

Ueli Bernays ⋅ In dieser Musik fühlt man sich sofort heimisch – und erlebt dann doch Überraschungen. Das gilt gleich für den «Aeolian Walk», das Stück, mit dem Christian Münchinger und sein Quartett ihr neues Album «The Glance» beginnen lassen. Im rhythmisch verschachtelten Thema wird Spannung geschaffen, eine Feder gespannt, die das Quartett sodann in die Kür der Improvisation katapultiert.

Wie bei allen sieben Stücken handelt es sich um eine Eigenkomposition des 42-jährigen Zürcher Tenorsaxofonisten, die von Hard und Post Bop inspiriert ist. Münchinger und seinen versierten Mitmusikern gelingt es indes, der Tradition ein eigenes Gepräge zu verleihen. Die Rhythm-Section mit Andreas Zitz am Kontrabass und Pius Baschnagel spielt trotz hintergründigen Rhythmuswechsel locker und souverän. Münchinger selber profiliert sich als beherzter Solist mit geschmeidig-samtenem Ton.

Man wird hier und später an verschiedene Vorbilder gemahnt – lebendige Traditionen tragen eben Erinnerung mit sich. Und es ist an sich eine angenehme Hörerfahrung, wenn das Saxofon etwa an Dexter Gordon, an Monks Partner Charlie Rouse oder an John Coltrane anklingt. Allein, die Vergleiche sind flüchtig, unscharf – weil sich Münchinger letztlich eben in seiner eigenen Stimme ausdrückt: kontrolliert, in balladesken Teilen melancholisch-reserviert, formal und melodisch stringent und klar.

Für solistische Höhepunkte sorgt auch Christoph Stiefel. Inspiriert vom kompositorischen Witz und gleichzeitig sehr unverkrampft spielt der Zürcher Pianist hier auf. Immer wieder reisst er einen mit durch seine süffigen Phrasen und seine rhapsodische Wucht.

Als Qualität von «The Glance» erweist sich auch das Repertoire. Stets wird man durch neue Reize verführt, jede Komposition stellt andere Eigenheiten der Musiker in den Vordergrund. Im mitreissenden Latin-Stück «Fechado Pra Balanco» beispielsweise wird brasilianische Rhythmik zelebriert – festlich und frisch klingt das Zusammenspiel.

Pius Baschnagel brilliert als mitreissender Virtuose. Hier setzt er sein Können effektvoll und üppig in Szene. Im Titelstück «The Glance», in dem der Beat wiederum durch eine komplexen Struktur läuft, überzeugt er hingegen durch geschickte Zurückhaltung, musikalische Prägnanz.

Einen kompositorischen Höhepunkt hat Christian Münchinger auch mit «Dr. Freud» gesetzt. Dieses schillernde Stück bewegt sich zwischen sattem Swing, verspieltem Groove und freieren Passagen. Stiefel steigt zunächst aus und schafft so Raum für eine heftigere, freiere Gangart der Band. Kaum aber ist er zurück, springen die Funken zwischen Piano und Schlagzeug.

Ueli Bernays, NZZ 6.2.2011

                                                                       

Dies ist etwas ganz besonderes: der Züricher Saxophonist Christian Münchinger präsentiert seine neuste CD mit seinem eigenem Quartett. Wenn man diese Musik stilistisch einordnen will, so handelst es sich um Hardbop mit Elementen des Post-Bop (der Einfluss Coltranes ist nicht zu überhören). Das scheint langweilig und schon oft dagewesen. Jedoch versteht es Münchinger, diese rund 50 Jahre alte Jazzform mit neuem Leben zu erwecken. Sein voller Ton, seine eleganten, überzeugenden Improvisationen und nicht zuletzt die originellen Kompositionen erweisen ihn als einen der führenden Jazzsolisten im europäischen Raum. Seine Mitspieler zeigen sich als perfekt eingespielt und glänzen mit eigenen Beiträgen. Als besonders eindrucksvoll wäre hier der Pianist Christoph Stiefel zu nennen, sowohl in der Begleitung als auch in seinen eigenen Soli, besonders bei Balladen. Kurzum: der Begleitung als auch in seinen eigenen Soli, besonders bei Balladen. Kurzum: eine runde Angelegenheit, sehr zu empfehlen!!

Jazzpodium Dezember 2010


Jazz in Casineum: Christian Münchinger Quartet: Die Top-Liga des Jazz. Nach Saxofon-Übervater Sonny Rollins kommt der Zürcher Christian Münchinger nach Luzern, er sieht sich in der Tradition von John Coltrane.

Luzerner Anzeiger November 2010


Unter den vielen CDs, die diesen Herbst wie fallende Blätter bereichern, sticht diese zunächst eher traditionell wirkende Produktion hervor. Traditionell heisst, in der roten Linie der TCB-Produktion, Bebop, Hard und Postpop. Dieses Quartett verfügt mit einer lockeren Souveränität über diese stilistische Referenz, was mit den ausgefreiten Eigenkompositionen zu tun hat. Anderseits bilden die Musiker ein wohlverschweisstes Ensemble, dessen kollektives Verständnis einhergeht mit der Art, wie die Musiker aufeinander hören und eingehen. Da sind die wunderschönen Phrasierungen des melodisch aufgebauten Titelsongs hervorzuheben Pianist Stiefel, für einmal ohne seine Isorythmen und als Sideman zu hören, wechselt gekonnt die Fronten zwischen Solo und Verstärkung der brillanten Rythmussection. Münchinger überzeugt nicht nur durch seine Kompositionen, sondern auch durch seine Präsenz als Interpret temperierter Soli und als Bandleader.

Jazz n More November 2010

 

CD-Tipp: Christian Münchinger «The Glance»

Wenn heute Jazz gespielt wird, sollte er so daher kommen wie die Musik des Zürcher Saxophonisten Christian Münchinger: überraschungsreiche Themen,fordernde Changes, Improvisationen auf hohem Niveau, und dies alles verpackt in einen Groove, der unmittelbar packt. Münchingers Quartet mit u.a. Christoph Stiefel gehört zum Besten, was hierzulande in diesem Idiom aktuell zu hören ist.

DRS2, 14.10.2010


Zwei CDs bei Mons Records, jetzt die zweite bei TCB Records: das Münchinger Quartet hat schon einige ‘Duftmarken’ gesetzt. Von der Presse immer gelobt, vom Konzertpublikum geliebt, und jetzt auch mit neuer Besetzung – der viel beachtete Christoph Stiefel sitzt nun an den Tasten. Der Zürcher Münchinger sollte damit auch im ‚großen Kanton‘ Gehör finden!

Schöne Töne, Oktober 2010


Christian Münchinger Quartet: The Glance

Modern jazz / straight ahead. Zurich based saxofonist Christian Münchinger studied at the renowned Swiss Jazz School in Berne. Ever since he has been known in the Swiss jazz scene as versatile and robust post-bop player, preferably working in quartet format. The Glance is his 2nd release for the Montreux label TCB. It shows Münchinger and his band in eloquent form on 7 original pieces. Apart from the leader, pianist Christoph Stiefel and drummer Pius Baschnagel deserve to be mentioned for their creative, lyric playing.

Swissinfo.ch Oktober 2010


THE GLANCE

Solide et énergique, la musique de Christian Münchinger, saxophoniste Suisse aux influences post hard-bop évidentes, semble marquée par la volonté de laisser une trace compositionnelle forte. Ses pièces sont très structurées, formellement souvent assez complexes et demandent de la part de ses partenaires une attention de tous les instants. Il a par conséquent choisi pour le seconder trois musiciens audessus de tout soupçon en la personne du pianiste Christoph Stiefel, compagnon de haut vol et auteur de solos mouvants et enthousiasmants, du contrabassiste Andreas Zitz, dont la sonorité est un régal, et du batteur Pius Baschnagel, dont la tonicité s'offre en parfait écho des volutes travaillées du ténor zurichois. « The Glance » présente donc un jazz d’aujourd?hui exigeant et dynamique, très construit mais généreux et qui devrait satisfaire les amateurs les plus exigeants.

Dgdiffusion November 2011


Die Zeiten, in denen Christian Münchinger noch als unbeschriebenes Blatt galt, gehören längst der Vergangenheit an. Inzwischen zählt der Züricher Tenorsaxofonist zur Creme der europäischen Jazzszene. Mit seiner zweiten CD bei TCB sucht Münchinger nach ungewöhnlichen Stimmungen. Mit neuer Besetzung, unter anderem mit dem viel beachteten Pianisten Christoph Stiefel, findet er dabei faszinierende Wege, diese aufzuspüren.

Challengerecords Oktober 2010